Die Zwillinge Michaele Hukriede und Steffi Ruberg, geb. Döhmen holen EM-Gold nach Bochum
Sie sind die erfolgreichsten Zwillingsschwestern im deutschen Badminton und nun sogar mit EM-Gold dekoriert. Michaela Hukriede und Steffi Ruberg, derzeit beim BV Wesel RW aktiv, setzten sich bei der Europameisterschaft im irischen Dundalk die Krone im Damendoppel der Altersklasse O 35 auf. Dabei legten sie einen Marsch durchs Turnier auf die grünen Spielfeldmatten, der sowohl die Konkurrenz als auch den heimischen Anhang überraschte.
„Sie waren einfach überragend“, bestätigte Dirk Ruberg, der seine Frau Steffi nicht nur im Finale unterstützt, sondern auf der grünen Insel ebenfalls zum Schläger gegriffen hatte. Seine durchaus beachtliche Viertelfinalteilnahme im O 35-Doppel an der Seite von Eric Patz (München) rückte durch die Erfolge in der eigenen Familie allerdings etwas in den Hintergrund.
Ohne Satzverlust gewannen die Zwillinge gegen Fahrni/Villars (Schweiz), Jark/Jönsson (Schweden) und Panesar/Smith (England). Besonders das Finale geriet zum eindrucksvollen Schaulaufen der Schwestern. Beim Stand von 11:1 im ersten Durchgang bekamen Ruberg/Hukriede sogar ein wenig Angst vor der eigenen Courage. Acht leichte Fehler waren die Folge. Am klaren 21:16, 21:10-Erfolg änderte die kleine Schwächephase allerdings wenig.
Bronze für Dirk Ruberg und Michaela Hukriede im Mixed sowie Steffi Ruberg im Dameneinzel
Mit der EM-Goldmedaille fügte Michaela Hukriede ihren zwei WM-Medaillen aus dem letzten Jahr ein weiteres Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte hinzu. Im Supermarkt in Dundalk musste die zweifache Mutter gleich ein Autogramm geben. Da war Schwester Steffi, ebenfalls Mutter zweier Kinder, damit beschäftigt, ihr nächstes Edelmetall einzuheimsen. Im Dameneinzel scheiterte sie erst im Halbfinale an der Dänin Camilla Schmidt in drei Sätzen. Als Bronze-Belohnung gab es ein Küsschen vom dänischen Olympiasieger Poul-Erik Hoyer Larsen, derzeit Präsident des europäischen Badmintonverbandes.
Ganz leer ging ihr Mann Dirk jedoch auch nicht aus. An der Seite von Schwägerin Michaela Hukriede komplettierte er den rot-weißen Medaillensatz mit Mixed-Bronze. Endstation war erst im Halbfinale gegen Panesar/Panesar (England). Zufrieden mit ihrer Viertelfinalteilnahme im Einzel war außerdem Michaela Hukriede.
Das nächste große Ziel ist nun die Weltmeisterschaft in den kommenden Sommerferien im kanadischen Vancouver. „Das ist zeitlich und finanziell allerdings ein riesiger Aufwand“, sagte Dirk Ruberg. Interessierte Sponsoren dürften ein mögliches Engagement nicht bereuen. Die Badminton-Familien Hukriede und Ruberg garantieren mittlerweile beinahe für internationale Medaillen.
(Cai-Simon Preuten)